014 – Meine Top 5 Tipps für einen entspannten Arbeitsalltag mit Kind

Care-Arbeit aufteilen und Vereinbarkeit leben – so könnte es gehen

 

Was muss alles gegeben sein, damit wir Mütter entspannt arbeiten gehen können? Das geht schon fast in die Richtung Wunschdenken, wenn wir uns die Bedingungen anschauen, unter denen viele von uns arbeiten:

Angefangen von Kinderbetreuungsmöglichkeiten bis hin zu guten Teilzeitarbeitsplätzen. Aber immer auf die anderen und die Politik zu schimpfen, ist nicht meine Art und raubt mir nur Energie.

 

Mein größtes Learning als Mutter

Für mich ist es wichtig – eines meiner großen Learnings der letzten Jahre – dass jede Familie ihr eigenes Set-up wählen darf.

 

Es gibt Mamas, die arbeiten lieber so wenig wie möglich, egal als was, und sind „Hausfrau und Mutter“. Dann gibt es andere, die gerne im Job weiterkommen möchten und trotzdem für ihre Kinder da sein wollen.

 

Und solche wie mich, die sich irgendwo in der Mitte einordnen. Und es gibt noch die Kategorie, die gerne einen besseren Job hätte, es sich aber wegen der Familie (noch) nicht zugesteht.

 

Wichtig ist, dass wir in erster Linie jedes Familienkonzept tolerieren, und damit meine ich in erster Linie uns Mütter. Wie schnell fallen wir Mütter selbst in Be- und Verurteilungen untereinander? Ich habe das anfangs auch getan – das muss aufhören!

 

 

Vereinbarkeit?! – Alle Arbeitsmodelle für Mütter stressen

 

Vinka Raddeck UmarmungDamals im Angestelltenverhältnis war es einfach zu viel Druck für mich – was nicht nur an der Arbeit lag, sondern auch viel an unserem Set-up zu Hause.

 

Ich habe weiterhin alles, wie in der Elternzeit, gemanaged und den Haushalt gemacht. Fast täglich die Kinder zur Kita gebracht und abends ins Bett – der völlig normale Alltag vieler Mütter – normal?!

 

Es spricht nichts dagegen, aber ich war einfach am Ende, weil ich null Zeit für mich hatte und sie mir, wenn ich sie hatte, nicht zugestanden habe, weil ich mich in der Verantwortung sah.

 

Ich machte so gut wie keinen Sport, ging nicht ins Yoga und war total gereizt und sehr dünnhäutig.

 

Nach der zweiten Elternzeit konnte ich einfach nicht mehr zurück, die Selbstbestimmung nicht wieder aufgeben. Mich wieder in ein Korsett zu zwängen, ging nicht in meinen Kopf, das war mein Gefühl. Merke: Für dich mag es anders sein. 🙂

 

Also ging ich in die Selbstständigkeit. Was mir Flexibilität, aber nicht unbedingt mehr Zeit schenkte, denn auch ich bin in die Selbst-und-ständig-Falle getappt. Es ist nun deutlich besser, aber ich muss dennoch aufpassen, weil ich da gerne reinrutsche.

 

Also ja, ich bin deutlich flexibler und kann mehr mit den Kindern machen, aber der Stress und die Hektik sind irgendwie geblieben. Es liegt also nicht nur am Arbeitsmodell, dass wir uns überfordern.

 

Bei mir lag es vor allem daran, dass ich meine Prioritäten nicht setzte und nicht bei mir war.

 

Der Schlüssel für einen entspannteren Arbeitsalltag mit Kindern

Doch ich habe es geschafft, viele Dinge in meinem und unserem Familienalltag anzupassen, der uns allen das Leben erleichtert und weniger stressig macht. Denn sind wir mal ehrlich, Stress wird es immer geben. Das ist ein Naturgesetz.

 

Der Schlüssel zu einem entspannteren Arbeitsalltag mit Kindern liegt, nach meiner Erfahrung und auch der vieler meiner Kundinnen, in den täglichen Routinen und dem konsequenten Weglassen von Arbeit, die nicht nötig ist. Was sich so leicht  dahin sagt, ist in Wahrheit eine große Herausforderung!

 

Routinen sind automatisierte Programme in uns, die bei der Ausführung keine Gehirnkapazität/Energie mehr in Anspruch nehmen. Wir sparen also Kraft und Nerven, wenn wir gute Routinen und Gewohnheiten in unseren Alltag einbauen. Mehr dazu kannst du hier nachlesen.

 

Meine Top 5 Tipps für einen entspannten Arbeitsalltag mit Kind

 

Tipp 1 Morgenritual in der Familie einführen

Das war für uns ein echter Game Changer, und so richtig langfristig umgesetzt haben wir das seit dem ersten Lockdown. Um was geht’s?

 

Mein Mann und ich haben ganz konkret abgesprochen, wer morgens was tut. Wann wir aufstehen müssen, wer macht Frühstück, wer weckt die Kinder, wer bringt wen weg.

 

Das klingt so banal, aber wie oft haben wir verschlafen, Zeit im Bad verbummelt, und dann sind wir gestresst, haben die Kinder gehetzt, die haben gebockt … Es gibt immer noch die schwierigen Momente am Morgen, aber sie sind DEUTLICH weniger geworden.

Es ist richtiges Teamwork. Care-Arbeit aufteilen. Verantwortung abgeben. 

 

Wir haben das lange nicht gemacht, aber nicht, weil wir nicht wollten, sondern weil es sich so entwickelt hat. Ich war ja immer zu Hause und habe alles geregelt.

 

Aber nach der Elternzeit muss wieder neu sortiert werden. Das hatten wir verpasst. Hier kannst du mehr dazu lesen: Darum gehst du als berufstätige Mama auf dem Zahnfleisch.

 

Und ich glaube, auch wenn dein Partner morgens früh aus dem Haus gehen sollte, kann es trotzdem Möglichkeiten geben, wie er dich unterstützen kann (Spülmaschine ausräumen, Tisch decken, Müsli vorbereiten, Frühstück für den Kindergarten/Schule richten …)

 

Also das ist wirklich mein PRIO 1 Tipp.

 

Tipp 2 Essensplan & Meal Prep

Dieser und der nächste Punkt stehen fast an gleicher Stelle. Aber da für mich das Essenkochen in der Woche deutlich aufwendiger ist, kommt der Punkt schon jetzt.

Jeden Tag aufs Neue zu überlegen, was es zu essen gibt und dann gegebenenfalls sogar fast täglich einkaufen zu gehen, ist ein riesiger Zeit- und Energiefresser.

 

Oft bleiben dabei auch gesündere Gerichte auf der Strecke, oder der Stress und somit das Konfliktpotenzial am Abend steigt.

 

Wir haben schon seit vielen Jahren einen Essensplan, den wir mehr oder weniger streng umsetzen. Das Schöne an einem Plan ist, ihn ändern zu können. Wir sind deutlich flexibler! Wie sieht das konkret aus?

 

Sonntags planen wir vor allem die Abendessen in der Familie, aber auch unsere Mittagessen.

 

Dabei gehen wir so vor, dass Montag für uns immer Reste-Tag ist. Es ist meistens etwas übrig vom Wochenende und falls nicht, holen wir uns was oder es gibt etwas Eingefrorenes.

 

Montagabend ist Brot-Tag. Mittwochabends gibt es Pfannkuchen – das weißt du schon, wenn du meine Storys auf Instagram verfolgst.

 

Mit so einem Plan kann man sehr gut Abwechslung in den Alltag bringen. Statt jeden Tag Kartoffeln hat man plötzlich den Überblick und kann zum Beispiel Reis auf den Tisch bringen.

 

Tiefkühlessen lässt Raum für Spontanität – gerade Suppen koche ich immer in der doppelten Menge oder aus Resten.

 

Aber der Plan ist noch nicht alles: Meal Prep ist das Zauberwort!

Meal Prep, also das Vorbereiten/Vorkochen von Mahlzeiten ist ein echter Gewinn. Es spart in der Woche so viel Zeit. Ich mache es auch nicht regelmäßig genug, da ich von zu Hause arbeite.

 

Aber wenn es Sinn macht und ich nicht zu Hause bin, so wie damals noch im Büro, habe ich mein Essen immer abends oder schon am Wochenende vorbereitet.

 

Tipp 3: Plane deine Arbeitswoche vor

Welche Termine stehen an? Welche Aufgaben haben Priorität, gibt es Deadlines? Egal ob du angestellt oder selbstständig bist, das Planen macht viel aus.

 

Ich plane meine neue Arbeitswoche schon freitags und reflektiere auch, ob ich noch offene Punkte aus der aktuellen Woche habe.

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Das hilft mir sehr, klar den Fokus zu halten auf das Wichtige. Oder ich merke beim Planen, dass etwas nicht mehr passt und plane um.

 

In einem guten Plan sollten immer Pausen und Puffer eingebaut sein. Also lieber etwas konservativer angehen und mit Freiraum – so schwer es auch fällt. Das kostet wirklich Überwindung und Disziplin.

 

Mir hilft es zusätzlich, Tage für Termine, Telefonate und Projekttage/Kreativtage einzubauen. Demnächst wollte ich auch mal das Konzept einer Projektwoche testen. Nur Fokus auf eine Sache und die ist dann abgehakt.

 

Die Umstellung ist ein Prozess. Starte step-by-step. Du wirst es nicht von heute auf morgen schaffen, aber nach und nach – versprochen.

 

Wie ich mich ganz konkret plane und strukturiere, werde ich schon bald hier mit dir teilen. Hüpf doch direkt auf meinen Newsletter, damit du das nicht verpasst.

 

Tipp 4: Ein freier Abend in der Woche für dich aka: Care-Arbeit aufteilen

Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Punkt in die Top 5 nehmen soll. Direkten Einfluss auf den Arbeitsalltag hat er nicht. Aber indirekt umso mehr.

 

Wenn du jeden Tag die Kinder wegbringst, sie abholst und zu Bett bringst, ist es wichtig, dass du auch mal Ruhe und Zeit für dich hast – ich hatte sie mir nie genommen.

Falls deine Kinder schnell einschlafen und gut durchschlafen, kannst du dir die Zeit nehmen. Bei mir war das anders.

 

Nach der Einschlafbegleitung war ich selbst schon zu müde, eingeschlafen, oder es war einfach schon zu spät. Mit dem steigenden Alter der Kinder wird es besser, aber ich kann mich nicht darauf verlassen. Und das ist das Problem.

 

Me-time finde ich am besten morgens, bevor alle aufstehen, und mindestens einmal die Woche am Abend. Auch hier haben mein Mann und ich uns abgesprochen.

 

Wir bringen unter der Woche die Kinder immer abwechselnd ins Bett, an festen Tagen. So dass der andere Freiraum hat, um flexibel zu planen.

 

Da muss nichts mehr abgesprochen oder geplant werden. Es steht einfach fest. Und klar, auch hier ist Flexibilität drin.

 

Ohne diese klare Absprache hatte es bei uns einfach nie geklappt – wir hatten es uns immer vorgenommen, aber es war zu unverbindlich.

 

Falls dein Mann abends nicht da sein kann, gilt es, das mal wirklich von Grund auf zu überprüfen. Vielleicht traut er es sich auch nicht, auf der Arbeit früher zu gehen, das wäre auch ein Punkt, den man klären kann.

 

Auch Männer sollten die Möglichkeit haben, ihre Kinder abends ins Bett zu bringen!

 

Tipp 5: Playdates – die zweite Familie

 

Ich muss sagen, Playdates (Spielverabredungen) sind für mich die Erweiterung der Familie. Eine Mama nimmt den Junior direkt nach der Kita mit, und ich hole ihn vorm Abendessen wieder ab. WIN – WIN – WIN-Situation.

 

Denn: Wenn meine Kinder Freunde zu Besuch haben, brauchen sie mich gar nicht, und ich kann sogar arbeiten. Die Kinder sind happy, und die andere Mama hat auch mal Luft zum in Ruhe Einkaufen, Bügeln oder Ausruhen!

 

Sich ein gutes Netz an Nachbarn und Freunden aufzubauen, ist das A und O. Oma und Opa sind vielleicht nicht immer da oder wohnen nicht in der Nähe – da ist diese erweiterte Familie ein wahres Geschenk.

 

So haben wir uns auch in Corona organisiert. Wäre die Kita zu wegen eines Coronafalls, hatte ich mit zwei Müttern die Absprache, dass wir schauen, wer die drei Kids übernehmen kann, damit die anderen arbeiten konnten. #mamasstärkenmamas

 

 

Routinen sind die BASIS für Vereinbarkeit

Wie du siehst, die Routinen bilden für mich die Grundlage für einen reibungsloseren Tagesablauf mit der Familie. Bitte denke nicht, dass wir uns hier nur in den Armen liegen wie in Bullerbü – aber die Reibungspunkte sind deutlich weniger. Und jeden Tag lerne ich wieder Neues dazu.

 

Du kannst deinen Alltag gestalten – egal wie du beruflich und privat eingebunden bist

Die Essenz daraus ist, dass du deinen Alltag ganz bewusst gestalten und verändern kannst, egal wie du zu Hause aufgestellt bist. Und das funktioniert sehr gut mit Routinen und Ritualen. Du hast die Macht und Kraft, etwas zu verändern.

Was du brauchst ist Mut, Selbstvertrauen und Geduld und einen guten Plan, ohne Druck.

 

Was konntest du heute aus dem Artikel für dich mitnehmen? War etwas Neues für dich dabei oder machst du es vielleicht genauso? Bist du vielleicht gerade schon dran? Hast du noch einen tollen Tipp?

 

Hinterlasse mir gerne einen Kommentar unter diesem Blogpost. Ich werde alle Ideen und Tipps zusammentragen und hier und auch auf Instagram (@vinkaraddeck) mit dir teilen. #MütterstärkenMütter

 

Den Alltag neu zu gestalten, ist gar nicht so einfach. Das weißt du bestimmt. Auch wenn das hier jetzt alles so toll und easy klingt, musss es nicht in dein einzigartiges Familien-Set-up passen.

Selbstfürsorge als Mama


Mein Tipp:
Starte mit einer Sache, da, wo du das meiste Potenzial siehst. Dort, wo dir gerade die meiste Zeit und Energie geraubt werden. Und dann gehe auch hier step-by-step. Kremple nicht gleich alles von null auf 100 um.

 

Wenn du Hilfe bei der Umsetzung brauchst, dann schreibe mir gerne. In meinen Coachings unterstütze ich dich auch darin, neue Gewohnheiten und weniger Stress in deinen Alltag zu integrieren, damit auch du wieder Luft zum Atmen hast und auch mal fünf gerade sein lassen kannst.

 

Deine Vinka

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