006 – Warum ich als Mama regelmäßig ausflippe

Die Ursachen meiner Wut

Ich muss dir ehrlich zu Beginn direkt sagen, dass ich eigentlich nicht erzählen möchte, wie das bei mir mit der Wut ist. Ich schäme mich dafür, so wütend auf meine Kids gewesen zu sein. Ich glaube, dass ich damit viel bei ihnen kaputt gemacht habe, und mache mir viele Vorwürfe. Aber ich schreibe diese Zeilen, weil ich merke, dass ich damit nicht allein bin. Und ich hoffe, dir mit meinen Erfahrungen helfen zu können, deine Wut besser kennenzulernen. Hier geht es nicht um Psychologie und Wissenschaft. Ich erzähle dir hier von meinem Weg, Erkenntnissen und Hilfen, um besser mit meiner Wut umzugehen. Denn die Wut gehört einfach zum Leben dazu.

Meine Wut habe ich erst kennengelernt, als ich Mama wurde. Und wenn ich jetzt darüber nachdenke, weiß ich, dass sie schon immer da war, die Kinder waren nur der Tropfen auf den heißen Stein bzw. das Leben als Mutter bringt uns oft an unsere körperlichen und mentalen Grenzen. Dadurch kommen Dinge zum Vorschein, die auch vorher schon etwas verkorkst waren.

 

Ich möchte hier meine Erkenntnisse teilen, wo meine Wut herkommt. Vielleicht erkennst du dich wieder und kannst beginnen, etwas zu verändern.

 

  1. Müdigkeit und Erschöpfung

Wenn ich anfange zu meckern oder ungeduldig mit den Kindern werde, liegt das meistens daran, dass ich müde oder erschöpft bin. Zu wenig Schlaf, zu wenige Pausen, zu viel zu tun, zu viele negative Gedanken, zu wenig Bewegung. Das ist ein ganz simpler Punkt, an dem ich aber phasenweise noch immer zu knabbern habe. Immer wieder falle ich in mein Hamsterrad zurück und vergesse mich selbst dabei, ganz gleich, ob es ein gutes oder schlechtes Hamsterrad ist.

 

  1. Hetzen

Ist mein Tag zu voll, renne ich von einem in den anderen Termin und versuche zwischendrin noch Kleinigkeiten zu erledigen. „Mal eben schnell noch …“ ist mein absoluter Killer. Meist dauert es länger als gedacht, was mich frustriert, weil ich es nicht abhaken kann. Oft setze ich mich dann nochmal dran, wenn ich die Kinder geholt habe. Und da geht die Spirale schon los. Sobald mich jemand beim „schnell Erledigen“ stört, werde ich schnell grantig, was sich dann noch hochschaukeln kann.

Mir hilft es, Puffer einzuplanen und den Satz „mal eben schnell noch“ aus meinem Vokabular zu streichen.

 

  1. Hilflosigkeit & Angst

In Diskussionen mit meinen Kindern bin ich manchmal einfach mit meinem Latein am Ende. Wenn ich mit all meinen Argumenten bei meinen Kindern nicht mehr weiterkomme, dann weiß ich nicht mehr weiter, und mir bleibt nichts anderes übrig, als laut zu werden, um meinen Willen durchzusetzen. Oder ich drohe, was absoluter Schwachsinn ist, aber leider oft mein Mittel der Wahl. Ich bin die Mama und ich sage hier, wo es langgeht.

Hierzu gesellt sich die Angst. Angst, die Kinder nicht unter Kontrolle zu haben. Angst, dass sie mir entgleiten und ich sie nicht gut erziehe – beziehungsweise: Angst, dass ich keine gute Mutter bin.

 

  1. Was könnten andere über mich denken

Ganz oft bestehe ich auf meinem Standpunkt, weil ich ein bestimmtes Verhalten meiner Kinder nicht dulde, weil ich mich dann frage, was andere darüber denken würden. Es ist nicht gesellschaftskonform, oder die Leute drehen sich um und schauen, was los ist. Ganz simpel beginnt das schon bei uns mit den Tischmanieren. Klar müssen sie lernen, wie das geht. Aber insgeheim ärgert es mich mehr, was andere über mich denken könnten, wenn meine Kinder sich danebenbenehmen.

 

  1. Körperliche Beschwerden

Wenn ich mich in meinem Körper nicht gut fühle, sei es bei Krankheit oder einfach nur mit Rückenschmerzen, dann nimmt mich das geistig massiv ein. Das hatte ich bisher nie so in Zusammenhang gebracht, aber die Yogis wissen es schon lange: Körper und Geist beeinflussen sich gegenseitig – und das ständig. Bin ich also krank, kann ich nicht gut denken. Ein Grund mehr, auf unser körperliches Wohlbefinden zu achten und die Zeichen/Hilferufe des Körpers zu hören.

 

  1. Perfektionismus & Überforderung

Perfektionismus ist eine meiner größten Stärken und Schwächen zugleich! Ich habe mich schon sehr verbessert, aber der Perfektionismus gehört noch immer zu mir. Auch das will ich perfekt machen, merkst du es? ☺️

 

Am deutlichsten spüre ich ihn, wenn ich mich mit anderen vergleiche. Mit anderen Unternehmerinnen, Mamas, Frauen oder Yogalehrern. Und ich sehe, was andere besonders großartig machen, besser als ich. Dann blendet mein Hirn plötzlich all die guten Dinge aus, die ich tue. Und schwups fühle ich mich mies, klein, nicht gut genug, nicht erfolgreich genug, zweifle und fange vielleicht sogar an, mich ungeduldig ins nächste Projekt zu stürzen, weil ich glaube, dass dies die Lösung sei. Dabei ist es der Weg einer anderen Person.

 

Das hat zur Folge, dass ich mich maßlos überfordere, meine To-do-Liste wächst und ich auch nicht den Mut habe, Dinge einfach liegen zu lassen oder langsamer zu machen. Der Druck ist groß.

Mein Weg hier raus ist es, Fokus zu halten mit Hilfe meines Journals. Konsequent!

 

  1. Fehlende Wertschätzung

Das Vergleichen und die Unsicherheit machen mich klein. Ich fühle mich weder von außen noch von mir selbst wertgeschätzt. Anerkennung ist ein Grundbedürfnis, doch um sie empfangen zu können, musste ich sie erst für mich selbst empfinden. Selbstliebe und Selbstwert sind bei mir ein großes Thema, oft gekoppelt an mein Einkommen. Lange definierte ich mich nur über meinen beruflichen Erfolg. Was mir hier sehr gut hilft, ist eine regelmäßige Dankbarkeitspraxis. Deshalb schreibe ich mir jeden Abend jeweils 3 Dinge auf, die ich gut gemacht habe und für die ich dankbar bin.

 

  1. Unbefriedigte Bedürfnisse

Mit der Geburt meiner Kinder habe ich gelernt, meine Bedürfnisse – und auch Grundbedürfnisse – hintanzustellen. Das ist von der Natur so gewollt und macht Sinn. Ich habe nur, wie viele andere auch, vergessen, mich wieder mehr in den Fokus zu nehmen, als es Zeit dafür war. Stattdessen hatte ich meine Aufgaben aus der Elternzeit beibehalten, als ich wieder zu arbeiten anfing. Ein riesen Mental Load und einfach zu viel zu tun.

 

Manchmal stehen wir uns selbst im Weg. Unsere Family gewöhnt sich an den „Luxus“, dass wir viel Verantwortung übernehmen und uns generell kümmern. Hier dürfen beide Seiten beginnen, sich zu verändern. Das braucht etwas Zeit, aber durchhalten lohnt sich, bis sich alles eingespielt hat.

 

Und das Thema Zeit ist leider immer eine Frage der Priorität. In diesem Artikel kannst du mehr darüber lesen, warum du dir als Mutter keine Zeit für dich nimmst.

Um hier aus der Zeit- und Dringlichkeitsfalle herauszukommen, besonders im Business, habe ich begonnen, mehr Puffer in meine Projekte einzuplanen, meine Me-Time bewusst und als erstes einzuplanen und – ganz wichtig – Nein sagen zu lernen. Nichts ist kraftvoller, als zu einer vermeintlichen Gelegenheit und Anfrage Nein zu sagen, wenn du dein Ziel vor Augen hast.

 

Dieser Prozess kann durchaus ein paar Monate dauern und erfordert Geduld, aber das sollte dich nicht davon abhalten, mit einer besseren Planung zu beginnen. Gehe einen Schritt nach dem anderen.

 

  1. Stress

Das Thema Stress ist vielfältig, und ja, welche Mutter hat ihn nicht? Und nahezu alle bisherigen Punkte münden in Stress. Kurzzeitig kommt unser Körper wunderbar damit zurecht. Aber auf Dauer leidet das ganze System von Körper und Geist.

 

Was für mich sehr wirksam war, ist zu erkennen, wann Stress bei mir aufkommt. Oft passiert das in meinem Tun unbewusst, doch je feinfühliger du wirst, umso besser wirst du die kleinen und großen Zeichen erkennen. Hier ein paar meiner Zeichen: Verdauungsprobleme, schlechte Essgewohnheiten, Müdigkeit, Rückenschmerzen, zu viel in sozialen Medien, Ungeduld, Konzentrationsschwierigkeiten und viel mit dem Kopf in der Vergangenheit.

 

 

Wie du siehst, die Punkte überlappen sich oder sind Teil einer Kettenreaktion. Es lohnt sich in jedem Fall hinzusehen. Denn was dann passiert, ist fast magisch: Du erkennst, was du brauchst und was los ist. Ich kenne das noch, als meine Kinder 1-2 Jahre waren. Ich hatte gelesen, wenn Kinder sich auffällig verhalten, also nicht so wie sonst, dann fehlt ihnen etwas, und sie können es nicht verbalisieren. Also habe ich viel gekuschelt und beobachtet. Es ist genauso mit uns Mamas. Das hat mich so sehr erleichtert, weil ich immer dachte, ich sei eine schlechte Mama.

 

Je mehr ich zu meiner Wut hingesehen habe, desto besser konnte ich mein eigenes Stress- und Wutmuster erkennen. Ich spüre sie sogar schon hochbrodeln im Körper, da bin ich noch gar nicht am Ausflippen. Und dann habe ich eine Wahl! Das ist fantastisch!

 

Wut ist ein kraftvolles Gefühl, das da sein darf. Und Wut braucht ihren Raum, um hinter sie schauen zu können. Das ist nicht so leicht, vor allem allein. Ein Coach kann dir durch gezielte Fragestellung helfen, selbst hinter deine Wut zu schauen und den Blickwinkel anzupassen. So wie bei mir damals.

 

Lass dich nicht mehr von deiner Wut einnehmen und steuern, sondern nutze sie für dich.

 

Wo kannst du noch heilen? Schaffe wahre Veränderung und komm in mein „Be The Change“-Programm, in dem wir gezielt auf deine Herausforderungen schauen, um dann mehr und mehr in den Zustand von Gelassenheit und inneren Frieden zu kommen, mit mehr Energie, guten Nerven und Leichtigkeit für deinen Alltag als Mama – denn genau das brauchst du.

 

Schreibe mir oder buche direkt hier ein Kennenlerngespräch. Mach den ersten Schritt und beginne, dein Leben wieder selbst zu gestalten.

 

Ich hoffe, ich konnte dir einen guten Einblick in mein Inneres geben. Vielleicht hast du dich auch in der ein oder anderen Beschreibung wiedergefunden? Hinterlass mir gerne einen Kommentar über deine größte Erkenntnis. Ich bin gespannt, was du bei dir beobachtest.

Deine Vinka

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